Grenzen

Aus Zukunft Familie WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Organisierte Nachbarschaftshilfe füllt die Lücke im Hilfebedarf bei niedrigschwelliger, einfacher, aber zuverlässiger begleiteter Hilfe, die im Vor- und Umfeld zur Prflege benötigt wird. Hierbei verschwimmen jedoch schnell die Grenzen, für welche Aufgaben die Nachbarschaftshilfe zuständig ist.

Entscheidungskriterien

Immer wieder werden Anfragen an Einsatzleitungen von Organisierten Nachbarschaftshilfen herangetragen, die aus Haftungsgründen, zum Selbstschutz der freiwillig Engagierten oder zur Vermeidung von Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern abgelehnt werden müssen.

Kriterien, die bei der Entscheidung helfen, ob eine Anfrage angenommen werden kann:

  • Passt der zeitliche Umfang des Einsatzes zum freiwilligen Engagement?
  • Besteht eine erhöhte Unfallgefahr für die Nachbarschaftshelfer*innen?
  • Kann die Organisierte Nachbarschaftshilfe im Schadensfall haften?
  • Ist der Einsatz für Nachbarschaftshelferinnen eine Zumutung oder Überforderung?
  • Stellt der Einsatz eine „billige Konkurrenz“ zu gewerblichen Anbietern dar?
  • Wer ist der Auftraggeber? Werden freiwillig engagierte Nachbarschaftshelfer*innen als billige Arbeitskräfte missbraucht, um privat oder bei öffentlichen Kostenträgern Geld zu sparen?

Hilfen bei notwendiger Ablehnung von Einsätzen:

  • Gutes Hinhören, klare Absprachen mit den Hilfesuchenden und/oder Angehörigen
  • Alternativen anbieten, Hilfen vermitteln
  • Argumente, Bauchgefühl und Erfahrung für unzumutbare Situationen
  • Verständnis für andere Einschätzungen zeigen, aber Klarheit und Transparenz herstellen
  • Kollegialer Austausch und Rücksprache mit Trägervertreter*innen
  • Rücksprache mit Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Organisierte Nachbarschaftshilfe im Dekanat, mit Zukunft Familie e.V., mit lokalen oder regionalen Hilfestellen (Sozialstation, Sozialamt, Pflegestützpunkt)
  • Rücksprache und Mittragen der Entscheidung durch Träger und Vorgesetzte

Aufgabenfelder und Grenzbereiche

Die folgende Tabelle zeigt die Grenzbereiche der Aufgabenfelder der Organisierten Nachbarschaftshilfe auf:

Hilfen im Sozialen Bereich und zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Organisierte Nachbarschaftshilfe Grenzen Alternative Anbieter
  • Begleitung zum Einkauf, bei Behördengäängen oder zum Arzt
  • Begleitung zu kirchlichen, geselligen oder kulturellen Veranstaltungen
  • Spaziergänge
  • Hilfestellung beim Schriftverkehr, wie Briefen und Formularen
  • Betreuungs und Bewegungsangebote im häuslichen Bereich
  • kein reiner Fahrdienst
  • keine Übernahme von Geldgeschäften
  • Krankentransport/Taxi/Bürgerbusse/Uber
  • Bevollmächtigte

Hilfen zur Entlastung bei der Pflege

Organisierte Nachbarschaftshilfe Grenzen Alternative Anbieter
  • Unterstützung der pflegenden Angehörigen
  • Beschäftigung mit pflegebedürftigen und an Demenz erkrantken Menschen
  • niedrigschwellige Betreuungsangebote für demenziell Erkrankte
  • Hilfestellung beim Schriftverkehr, wie Briefen und Formularen
  • Betreuungs und Bewegungsangebote im häuslichen Bereich
  • kein reiner Fahrdienst
  • keine Übernahme von Geldgeschäften
  • Krankentransport/Taxi/Bürgerbusse/Uber
  • Bevollmächtigte